19.09.2019 | Specials Brian Epstein: Unser Porträt über den fünften Beatle

Ohne ihn wären die Beatles wohl nur eine Liverpooler Lokalgröße geblieben - doch er machte aus den Lederjacken-Rockern die Fab Four: Brian Epstein!

  • Ein unscheinbarer Mann, der nur ein paar Änderungen durchführte und aus einer Truppe junger Kerle die größte Band der Welt machte.

    Ein unscheinbarer Mann, der nur ein paar Änderungen durchführte und aus einer Truppe junger Kerle die größte Band der Welt machte.

  • Die Beatles waren in Liverpool nichts weiter als eine Lokalgröße mit Lederjacken, Jeans und einer Menge Energie. Brian Epstein schickte sie zum Frisur, ließ ihnen Anzüge schneidern und professionaliserte ihre Auftritte.

    Die Beatles waren in Liverpool nichts weiter als eine Lokalgröße mit Lederjacken, Jeans und einer Menge Energie. Brian Epstein schickte sie zum Frisur, ließ ihnen Anzüge schneidern und professionaliserte ihre Auftritte.

    Foto: Universal Music
  • Vom Rocker zum Vorzeige-Schwiegersohn und Teenie-Idol: Es sollte sich lohnen.

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  • Es brach die Beatlemania los und die Pilzköpfe wurden innerhalb von kürzester Zeit zur größten Band der Welt.

    Es brach die Beatlemania los und die Pilzköpfe wurden innerhalb von kürzester Zeit zur größten Band der Welt.

  • Doch die Öffentlichkeit tat Brian Epstein nicht gut. Als Homosexueller musste er stets ein Versteckspiel aufführen, da Homosexualität im England der 1960er illegal war. Brian Epstein litt dadurch an schweren Depressionen.

    Doch die Öffentlichkeit tat Brian Epstein nicht gut. Als Homosexueller musste er stets ein Versteckspiel aufführen, da Homosexualität im England der 1960er illegal war. Brian Epstein litt dadurch an schweren Depressionen.

  • Am 27. August 1967 starb Brian Epstein an einer Überdosis Schlaftabletten. Wir gedenken einem Mann, dessen wirtschaftliche Entscheidungen nicht alle gut für die Beatles waren - sie aber dennoch zum Welterfolg geführt hat.

    Am 27. August 1967 starb Brian Epstein an einer Überdosis Schlaftabletten. Wir gedenken einem Mann, dessen wirtschaftliche Entscheidungen nicht alle gut für die Beatles waren - sie aber dennoch zum Welterfolg geführt hat.

Als sich die Beatles 1970 endgültig und offiziell aufgelöst hatten, war es ein Schock für Musik-Fans auf der ganzen Welt. Doch John Lennon sollte noch im selben Jahr dem Rolling Stone sagen, dass der Anfang vom Ende bereits drei Jahre vorher stattgefunden hat: Mit dem Tod des Beatles-Entdeckers Brian Epstein!

Brian Samuel Epstein, geboren am 19. September 1934 als Kind einer jüdischen Familie in Liverpool, war ein Genie in Sachen Bühnenauftreten und eine Katastrophe beim Verträge aushandeln. Dennoch hat er aus den Beatles eine der größten Bands aller Zeiten gemacht. "Wenn es einen fünften Beatle gegeben hat, dann war es Brian", hat Paul McCartney seinem alten Weggefährten gedacht.

Ursprünglich wollte Brian Schauspieler oder Modedesigner werden. Doch als er nach London ging, um an der Royal Academy of Dramatic Art Schauspiel zu studieren, verwarf er diesen Traum nach nur drei Semestern. Stattdessen arbeitete er im Elektroladen seiner Familie in Liverpool, den er nach und nach in ein Plattengeschäft umbaute.

Über eine Ausgabe des Musikmagazins "Mersey Beat", stieß er per Zufall auf eine Band namens Beatles, die als Backgroundmusiker des Künstlers Tony Sheridan die Single "My Bonnie" aufgenommen hatten. Am 09. November 1961 sollte diese Truppe im Cavern Club in Liverpool auftreten und Epstein beschloss, dort aufzukreuzen: Der Auftritt veränderte sein Leben und das der Beatles.

Hatte Epstein bisher noch nicht so viel mit Rockmusik am Hut gehabt, haute ihn der Auftritt dieser vier jungen Kerle völlig von den Socken. Die Energie, die Leidenschaft - so etwas hatte er noch nie gesehen. "Ich war sofort angefixt von ihrer Musik, ihrem Beat, ihrem Sinn für Humor auf der Bühne", erinnerte er sich. Gleichwohl gab es einiges zu verbessern am Auftreten von Lennon, McCartney und Co..

Diese Dinge legte Brian Epstein vertraglich am 24. Januar 1962 fest, als er die Band aus dem deutschen Label Polydor Records holte und sich selbst zum Manager der Band erklärte. Darin stand unter anderem, dass die Band auf der Bühne nichts mehr aß, dass sie ihre Songs im Rhythmus und fehlerfrei spielen und dass die Musiker nach der Show auf der Bühne verbeugten. Es waren kleine Änderungen, die aber unglaublich viel bewirkten.

Er machte aus den Rockern aus der Arbeiterstadt Liverpool anständige Jungs mit ordentlichen Haarschnitt und im Anzug - ja, zu Mädchenschwärmen und Teenager-Idolen. Die Beatles wurden eine professionelle Band und starteten in Rekordgeschwindigkeit durch. Doch nicht alle Schachzüge Epsteins waren geschickt. Zwar brachte er die Pilzköpfe in die besten Musiksendungen im TV, wie die Ed Sullivan-Show, im nächsten Schritt trat er allerdings 90 Prozent der Vermarktungsrechte an ein fremdes Unternehmen ab. Seine Verhandlungen wurden später als katastrophal bezeichnet.

Nichtsdestotrotz ist sein Beitrag für die Beatles unübertroffen, zumal er sich - im Gegensatz zu vielen anderen Managern - nie in die Musik der Band einmischte. Leider steckte hinter der höflichen und zurückhaltenden Fassade des Mannes eine dunkle Welt. Brian Epstein war homosexuell, was im England der 1960er illegal war. Ständig im Rampenlicht, musste er stets aufpassen, nicht "aufzufliegen". John Lennon widmete ihm den Song "You've Got To Hide Your Love Away", doch der Druck stürzte Epstein in Depressionen, Alkohol- und Tablettensucht.

Am 27. August 1967 wurde Brian Epstein tot in seinem Haus in London aufgefunden. Er starb an einer Überdosis Schlaftabletten. Das Ende seiner Schützlinge, die Streitereien, die letzten fünf Alben und die Pleite des bandeigenen Labels Apple Records erlebte er nicht mehr. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, hätte Brian noch die Zügel in der Hand gehabt.

Wir gedenken dem Entdecker und Manager einer der größten Bands aller Zeiten, mit dem passenden Sound auf ROCK ANTENNE.