05.06.2019 | Specials "One-Chew-Free-Faw": Unser Porträt von Dee Dee Ramone

Kein Ramones-Klassiker ohne das legendäre Anzählen von Dee Dee! Am 18. September 1951 erblickte der der Bassist der Punk-Legenden das Licht der Welt.

  • Er war nicht das Gesicht der Ramones und dennoch wohl das wichtigste Bandmitglied: Dee Dee Ramone.

    Er war nicht das Gesicht der Ramones und dennoch wohl das wichtigste Bandmitglied: Dee Dee Ramone.

    Foto: Warner Music Group
  • Als sich die Band 1974 gründete, war es seine Idee, den "Familiennamen" Ramone zu benutzen. Er selbst nannte sich bereits seit seinen Teenagerjahren so.

    Als sich die Band 1974 gründete, war es seine Idee, den "Familiennamen" Ramone zu benutzen. Er selbst nannte sich bereits seit seinen Teenagerjahren so.

    Foto: Warner Music Group
  • Sein Einzählen "One-Chew-Free-Faw" wurde zum Markenzeichen jedes Ramones-Songs.

    Sein Einzählen "One-Chew-Free-Faw" wurde zum Markenzeichen jedes Ramones-Songs.

    Foto: Warner Music Group
  • Leider begleiteten Dee Dee immer wieder schwere Drogenprobleme.

    Leider begleiteten Dee Dee immer wieder schwere Drogenprobleme.

    Foto: Warner Music Group
  • Am 05. Juni 2002 ging der Gründungsbassist der Ramones von uns. Rock in Peace, Dee Dee!

    Am 05. Juni 2002 ging der Gründungsbassist der Ramones von uns. Rock in Peace, Dee Dee!

    Foto: Warner Music Group

Wer weiß, ob die Ramones jemals diesen Kultstatus erreicht hätten, wenn Douglas Colvin nicht gewesen wäre? Unter diesem Namen kannte ihn freilich niemand - als Dee Dee Ramone wurde er allerdings zur Punk-Legende und war neben Joey Ramone der Hauptsongschreiber der Band.

Geboren am 18. September 1951 im US-Staat Virginia, als Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen, verließ er mit seiner Familie früh die USA und wuchs unter anderem in München, Bad Tölz und Berlin auf. Sein Vater war ein GI und an verschiedenen Standorten in Deutschland stationiert.

Im Alter von 13 Jahren kaufte er sich in der Hauptstadt seine erste Gitarre, stellte aber früh fest, dass sechs Saiten zwei zu viel waren - so stieg er auf den Bass um und eiferte unter anderem dem großen Paul McCartney nach. Schon zu seinen Berliner Zeiten sollte sich anbahnen, was Dee Dee zeitlebens begleiten sollte: Die Drogen. Am berüchtigten "Bahnhof Zoo" versorgte er sich mit Morphium und auch später sollten ihn die Rauschmittel immer wieder zurückwerfen.

"Zumindest in den USA ist Punkrock in den letzten Jahren wirklich groß geworen [...], aber es ist eine Outlaw-Kultur. Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder so werden. [...] Ich war ein Junkie, ein Street Kid. Ich bin nie wirklich zur Schule gegangen. Ich wurde oft verletzt. Meiner Frau haben sie erzählt, sie solle die Finger von mir lassen. Ich war oft im Krankenhaus. Wie oft haben sie erzählt, dass ich bald sterben werde. Und ich bin immer noch da! Ich weiß aber, dass ich 'ne Menge Glück hatte."
- Dee Dee Ramone im Interview mit dem Ox Fanzine (2001)

Nach der Trennung seiner Eltern kehrte Dee Dee mit seiner Mutter in die Vereinigten Staaten zurück und zog nach Queens, New York City. Dort lernte er Jeffrey Hyman, John Cummings und Tamás Erdélyi kennen. Zusammen hörten sie die New York Dolls, MC5, The Stooges und The Dictators rauf und runter, bis sie beschlossen ihre eigene Band zu gründen. Geboren waren die Ramones.

War Dee Dee zunächst als Frontmann geplant, mussten die Jungs schnell feststellen, dass er überfordert war, gleichzeitig Bass zu spielen und zu singen. Jeffrey Hyman wurde ans Mikro befördert und wurde als Joey Ramone zur Stimme einer der größten Punkbands aller Zeiten.

Mit ihrem aggressiven und vor allem schnellen Sound eroberten die Ramones vom legendären CBGB aus die Welt. Das „One-Chew-Free-Faw“, mit dem Dee Dee die Songs einleitete, die er zum Großteil selbst schrieb, sollte zum Markenzeichen der Punk-Pioniere werden.

Nach 15 Jahren Bandkarriere und Hits wie "53rd & 3rd", "Teenage Lobotomy", "I Wanna Be Sedated" und vielen mehr, beschloss Dee Dee 1989 die Band zu verlassen, um eine Karriere als Rapper einzuschlagen. Das funktionierte eher semigut, weswegen er sich schnell wieder auf sein Haus-Genre, den Punkrock, konzentrierte. Eine Rückkehr zu den Ramones blieb aus.

Dee Dee Ramone veröffentlichte Soloalben, malte und arbeitete an Dokus über die Ramones mit. Doch von den Drogen kam er nicht los. Am 05. Juni 2002 wurde er tot in seiner Wohnung in Hollywood aufgefunden. Er starb an einer Heroin-Überdosis.

Ohne Dee Dee hätte es wohl The Clash, die Sex Pistols und später Green Day, The Offspring und Rancid nie gegeben. Wir feiern heute eine Ikone des Punks - Rock in Peace, Dee Dee!